“Freundschaft, das ist wie Heimat”

B1-B2 Themen

Kirsten (46), die in ihrem Leben oft umgezogen ist, kann diesem Zitat von Tucholsky nur zustimmen. Sie ist Ärztin, verheiratet und hat drei Söhne. Sie wohnt seit vielen Jahren in Hannover, hat aber schon in Afrika, auf den Malediven, und in Amerika gelebt und gearbeitet. Kirsten berichtet, was Freundschaft für sie bedeutet und wie sie mit ihrem großen Freundeskreis in Kontakt bleibt.

Wie groß ist dein Freundeskreis?
“Mein Freundeskreis besteht aus, na – sagen wir: 40 Menschen.”
Wie viele davon gehören zu deinen guten und wie viele zu den besten Freundinnen?
“Beste Freundin gibt es nur eine, sehr gute Freunde und –innen das sind etwa 20 Menschen und der Rest sind gute Freunde.”

Was machst du gemeinsam mit deinen Freunden?
“Mit meiner besten Freundin telefoniere ich stundenlang, ab und zu trinken wir Tee zusammen oder kochen. Mit einigen meiner Freunde fahren wir ins Wochenende zum Wandern oder machen auch mal eine Städtetour. Diesen Sommer waren wir mit einer befreundeten Familie in Dänemark im Urlaub. Am schönsten sind für mich gemeinsame Treffen mit Freundinnen zum Reden, Lachen und Erlebnisse teilen. Mit einer Freundin laufe ich drei Mal in der Woche.”
Was bedeutet für dich “Freundschaft”?
“Für einander da sein. Ein Freund sagt mir auch mal eine Wahrheit, die ich nicht hören möchte, steht zu mir, wenn andere sich abwenden. Ein Freund ist jemand, dem ich vertrauen kann und dem ich auch meine Schwächen zeigen kann. Mit einem Freund kann ich lachen und weinen.”

Kirsten hat Thea, Marion und Gesine schon vor vielen Jahren auf der Insel Langeoog kennengelernt. Sie sind Kolleginnen: Alle vier sind von Beruf Ärztin und sie treffen sich jedes Jahr im Mai für eine Woche auf der Nordseeinsel, um an einem Seminar für Mediziner teilzunehmen.
Kann man mit Freunden alles besprechen, oder gibt es Themen, die man besser nicht anspricht?
“Mit meiner besten Freundin kann ich alles, wirklich alles, besprechen, ansonsten gibt es für mich für bestimmte Situationen „Experten“-Freunde. Zum Beispiel habe ich eine Freundin, die Lehrerin ist, und mit ihr bespreche ich Schulfragen, die meine Kinder betreffen.”
Hast du noch Freunde aus der Kindheit und Schulzeit?
“Ich habe eine Freundin, mit der ich seit der 5. Klasse in die Schule gegangen bin. Mit ihr treffe ich mich etwa zwei bis drei Mal im Jahr und es ist immer so, als ob wir dazwischen keine Pausen gehabt hätten.”
Hast du Freunde im Ausland?
“Wir haben sechs Monate in Charlottesville in Amerika gelebt und dort viele nette Menschen kennengelernt. Mit drei Familien halten wir seitdem regelmäßigen Kontakt und pflegen die Freundschaft trotz Zeitverschiebung und vielen Kilometern, die uns trennen. In Ellensburg (Washington State), wohnt Carin, die ich nun seit 30 Jahren kenne. Wir haben uns nur fünf Mal im Leben getroffen, aber sie ist ein sehr besonderer Mensch in meinem Leben.”
Was machst du, um mit deinen Freunden in Kontakt zu bleiben?
“Die Priorität für Freunde ist ganz weit oben, das heißt: ich nehme mir immer die Zeit für meine Freunde und bemühe mich, meine Freunde nicht aus den Augen zu verlieren. Das wichtigste Hilfsmittel ist das Telefon, aber auch Facebook, e-mails helfen, um in Kontakt zu bleiben. Ich könnte mir ein Leben ohne meine Freunde nicht vorstellen!”

Übungen

Was ist richtig? Kreuzen Sie an

1.Das Zitat von Tucholsky passt Kerstin, weil sie im Ausland gearbeitet und gelebt hat und die Freundschaft hoch schätzt 

2.Kerstin hat 40 beste Freunde 

3.Mit einigen Freunden reist sie gerne ins Ausland 

4.Kerstin hält für wichtig, wenn sie ihrem Freund vertrauen kann 

5.Mit einer Freundin bespricht sie die Fragen der Schulaufgaben, weil sie Kinder im gleichen Alter haben 

6.Kerstin hat den Kontakt mit ihren amerikanischen Freunden verloren

Ergänzen Sie die Sätze im Sinne des gelesenen Textes

1.Kerstin mag in ihrer Freizeit zusammen mit ihren Freunden ………………………

2.Freundschaft bedeutet für sie ……………………………………………………….

3.Für bestimmte Lebenssituationen hat sie ……………………………………………

4.Kerstin hat eine Schulfreundin, mit der sie …………………………………………

5.In Amerika hat Kerstin ……………………………………………………………..

6.Die wichtigsten Kommunikationsmittel mit den Freunden sind für Kerstin ………………………………………………………………………………………….

Geben Sie den Text in vereinfachter Form mit Hilfe folgender Stichwörter wieder
“Freundschaft, das ist wie Heimat” (Erich Kästner) – der Freundeskreis – gemeinsam mit Freunden etwas unternehmen – die Freundschaft bedeutet für mich …. – Gesprächsthemen mit Freunden – einen „Experten“-Freund für bestimmte Situationen haben – Freunde aus der Kindheit und Schulzeit – Freunde im Ausland – trotz Zeitverschiebung und vielen Kilometern die Freundschaft pflegen – besondere Menschen im Leben – sich Zeit für Freunde nehmen – die Freunde nicht aus den Augen verlieren – wichtige Kommunikationsmittel – Rolle der Freundschaft

Interviewen Sie Ihre Mitstudenten zu folgenden Fragen. Beantworten Sie anschließend die Fragen selbst

1.Wie groß ist dein Freundeskreis?

2.Kannst du leicht deine Freunde in gute und beste Freunde differenzieren?

3.Hast du Freunde für „bestimmte Zwecke“?

4.Hast du Freunde im Ausland?

Überlegen Sie sich, was folgende Thesen bzw. Begriffe bedeuten könnten. Versuchen Sie es mit eigenen Worten zu erklären
1. Freunde machen gute Laune
2. Durch Freunde wird man sicherer
3. Die Menschen, die uns lieben sind unser soziales Kapital
4. Freunde erkennt man in der Not
5. Freunde sind immer da, wenn sie uns brauchen
6. Lebensabschnittsfreund

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